Fussgängersteg über die Schächen, Altdorf

Brücke vorne small
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Die neue Fussgängerbrücke soll sich als selbstverständliches Element in die Landschaft integrieren. Die Linienführung nimmt den Schwung der angrenzenden Strassenverläufe auf, die Wegfläche der Brücke weitet sich zur Mitte hin leicht auf, was den Passanten gleichzeitig zum Verweilen in der Sichtachse des Schächen einlädt. Beidseitig eingespannt, zeichnet die Brücke auch im Längsschnitt einen weit geschwungenen Bogen, der gleichermassen auf die bestehende Autobrücke, wie auch auf das zu respektierende Schutzprofil des Schächen reagiert.
Das Konstruktionsprinzip bleibt dabei immer ablesbar. Als tragende Struktur dienen zwei durch den Einsatz von hochfestem Laubholz optimierte Brettschichtholzträger. Widerlager und Gehfläche werden als hoch-vergütete Betonfertigteile ausgeführt, welche dabei nicht nur die Funktion als Nutzschicht bilden, sondern auch als Regenschutz für die Holzkonstruktion.
Als einziges sichtbares Element oberhalb der Gehfläche wird das Geländer äusserst filigran und zurückhaltend ausgeformt. Schmale Staketen im rhythmisieren die Länge und erzeugen einen besonders leichten, etwas verspielten Eindruck.

Jung + Schmitt Architekten mit neue Holzbau
Bauherrschaft Baudirektion Uri
Wettbewerb 2. Preis
Baukosten 0.4 Mio CHF

 

 

Schulhaus Wülflinger Strasse, Winterthur

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Das bestehende Schulhaus an der Wülflingerstrasse wurde als erstes, eigenes Schulhaus der ehemals eigenständigen Gemeinde Wülflingen errichtet. In diesem Kontext versteht sich der Neubau als untergeordnetes Gebäude, das dem Haupthaus zur Seite steht. In seiner Konzeption greift das Gebäude den additiven Gedanken des Modulbaus auf. Das Raumprogramm wird in drei unterschiedlich kombinierbare Funktionseinheiten unterteilt. Dabei kommt die Schlüsselfunktion dem Erschliessungsraum als zentraler Einheit zu. Er wird auf einer Plattform so positioniert ausgestattet, dass er das andocken der weiteren Elemente –Klassen- und Gruppenräume, sowie Technikmodule- in nahezu beliebiger Kombination ermöglicht. Das Podest des Gebäudes wird durch ein grosses Vordach als gedeckter Pausenplatz aktiviert, der somit einen Mehrwert zur aktuellen Situation darstellt. Rhythmisierte Holzoberflächen im Wechsel mit Tapete, ein sorgfältig detaillierter Treppenlauf sowie eingepasste Garderoben und Sitzbänke schaffen Raum für das lebendige Treiben der Schüler. Eine leichte Varianz in der Flucht der raumhaltigen Trennwand sowie die asymmetrische Positionierung der Erschliessungselemente brechen dabei den strengen Takt des Moduls. Klassen- und Gruppenräume sind mittels Schiebetüren verbunden. So können diese für den Unterricht auch längerfristig gemeinsam genutzt werden. Die anspruchsvolle Haustechnik wurde von Anfang an mit geplant und leicht zugänglich in die Innenverkleidungen integriert.

Jung + Schmitt Architekten mit Renggli AG
Bauherrschaft Amt für Städtebau Winterthur
Projekt 2018
Baukosten 4 Mio CHF
Visualisierung Graph Visual Studio

 

 

Wohnhaus am Bühlrain, Aarau

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EFH Aarau
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Das idyllisch gelegene, kleine Haus mit Schindeldeckung und gepflegtem Garten hatte schon früher das ideale Heim verkörpert. In die Jahre gekommen bedurfte es nicht nur einer umfassenden und sorgfältigen Sanierung, sondern auch einer Anpassung an heutige Lebensgewohnheiten.
Um dem bestehenden Holzhaus und der gewachsenen Flora möglichst viel Raum zu lassen, wurde die Erweiterung als Sockelgeschoss in den Hang geschoben. In der Materialisierung, Sichtbeton mit Schalungseinlage, nimmt sich das neue Volumen ausdrücklich zurück.
Räumlich steht der Annex in klarem Kontrast zum Bestand. Drei neue Kinderzimmer reihen sich stringent um einen grosszügig dimensionierten, flexibel nutzbaren Raum. Auch hier orientiert sich die Materialisierung am Bestand. Hölzerne Oberflächen und Einbauten stellen den Bezug zu den Obergeschossen her.
Dort wurden die kammerartigen Strukturen beibehalten und die originalen Oberflächen weitgehend erhalten. Kleinteilige Ergänzungen und dezente Ertüchtigen sorgen dafür, dass das kleine Haus seinen Bewohnern auch heute noch die Geborgenheit und den Komfort bieten kann, den der weite Garten und das heimelige Schindelkleid versprechen.

Architektur und Bauleitung bei Froelich & Hsu Architekten
Bauherrschaft privat
Ausführung 2012
Baukosten 1.15 Mio CHF
Fotos Roland Bernath

 

 

Stadttheater Bern, Umbau und Sanierung der Zuschauerbereiche

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Die besondere Atmosphäre, die Theatersäle und Opernäuserdieser Zeit aufweisen, sind ein prägender Teil der kulturellen Identität des klassischen Theaters. Die gesellschaftlichen Räume des Theaters sollen zukünftig auch diesen Grad an Festlichkeit bekommen. Glänzend lackierte Wände in historischer Ölfarbe, Monitore in Spionagespiegeln verborgen und in Spiegelrahmen montiert, gestemmte Türen erzeugen eine moderne und gleichzeitig adäquate zeitgenössische Anmutung und damit eine ähnlich lebendige, glitzernde Feierlichkeit, wie sie der Theatersaal besitzt. Durch wechselnde Inszenierung der einzelnen Vorräume auf stimmt den Theaterbesucher auf das Ereignis ein.
Durch geschickte Raumrochaden konnte im dritten Rang ein Durchbruch zwischen beiden Theaterrängen realisiert werden, der nun als Auftakt zur Studiobühne und den günstigen Sitzplätzen eine betont festliche Athmosphäre bietet und somit das Abwarten der Vorstellung zu einem gesellschaftlichen Erlebnis werden lässt. Lange Bänke mit Beistell- und Stehtischen bieten Aufenthaltscharakter, daraus resultierend sind auch die WC-Räume Teil dieses Konzeptes indem der zentral angeordnete Waschtisch aus Naturstein mit Spiegel ein dem Anlass angemessenen Ausdruck findet.
Die Theaterstühle wurden als Referenz an neobarocke Sessel eigens neu entwickelt, erfüllen aber alle modernen Standards an Komfort, Ergonomie und Normen. Sie zelebrieren den Zuschauer als eigenständigen Gast statt anonymer Lehnenreihen ohne Zuordnung.

Architektur und Kostenplanung bei Smolenicky Partner Architektur
Bauherrschaft Präsidialdirektion Stadt Bern
Ausführung 2014-16
Baukosten Gesamtanlage 43.5 Mio. CHF

 

 

Renovation Schulhaus Klingnau

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Das Schulhaus aus dem Jahr 1973 galt es in seiner Erscheinung als klassischer Sichtbetonbau beizubehalten und gleichzeitig energetisch zu verbessern. Die neuen Holz-Metallfenster wurden in dunklen Tönen dem Bestand nachempfunden, aber zugunsten eines zeitgemässen Ausdrucks weniger stark unterteilt, was einerseits dem unterhalt aber vor allem der Belichtung der Unterrichtsräume zu Gute kommt. Die Dachflächen wurden gedämmt und die Beleuchtung der Räume den heutigen Anforderungen angepasst. Die beschädigte Sichtbetonfassade wurde fachgerecht ausgebessert, sodass auf sehr wirtschaftliche Weise wieder ein voll funktionsfähiges Schulhaus übergeben werden konnte.

Projektleitung für Froelich +Hsu Architekten
Bauherrschaft Gemeinde Klingnau
Ausführung 2011
Baukosten 2.0 Mio. CHF
Fotos Beat Bühler